Rating nach Basel II

Basel II

Klaus Seubert

 

 

Was ist Rating?


Banken, die Kredite an Unternehmen vergeben, beurteilen deren Kreditwürdigkeit anhand eines obligatorischen Verfahrens, das "Rating" genannt wird.

Ein Ratingzwang besteht für Unternehmen prinzipiell nicht. Nach den neuen Richtlinien müssen sich Kredit suchende Unternehmen allerdings einem Ratingverfahren unterziehen, sofern sie einen Kredit bei einem Kreditinstitut beantragen.

Dies kann sowohl intern von dem Kreditinstitut durchgeführt werden als auch extern von einer Rating-Agentur. Vorteil eines externen Ratings ist, dass dieses aus einer neutralen Position der Ratingagenturen heraus erstellt wird. Interne Bankenratings stehen den betroffenen Unternehmen nicht zur weiteren Verwendung zur Verfügung, da Kreditinstitute für intern erstellte Ratings haften.

Das Rating bietet Unternehmen die Möglichkeit, ein positives Kreditwürdigkeitsurteil zu erlangen und somit die beantragte Finanzierung zu guten Konditionen zu sichern.


Woher stammt der Begriff „Basel II“?


Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements - BIS) mit Sitz in Basel (Schweiz) ist eine Organisation für die Zusammenarbeit der nationalen Zentralbanken. Ihre Hauptaufgabe ist die Sicherung der monetären Stabilität weltweit.

Ein wichtiges Organ zur Verwirklichung dieser Aufgabe ist der Ausschuss für Bankenaufsicht mit hochrangigen Vertretern der wichtigsten westlichen Industriestaaten (USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Niederlande, Schweden, Belgien, Luxemburg und Schweiz). Dieser Ausschuss beschäftigt sich vornehmlich mit Instrumenten zur Risikokontrolle und Risikovorsorge bei Bankgeschäften. Ziel ist, möglichst weltweit umfassende Sicherheitsstandards und Regeln aufzustellen, um die Risiken des internationalen Finanzsystems zu minimieren. Es werden Richtlinien für die Eigenkapitalausstattung von Banken festgelegt. „Basel II“ ist die Bezeichnung für den Entwurf einer international gültigen „Neuen Eigenkapitalrichtlinie“ für Banken, die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht am 16.01.2001 veröffentlicht wurde.

Die Regeln für Basel II müssen seit dem 01.01.2007 in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für alle Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute angewendet werden.


Wie läuft ein Rating ab?


Beim Rating werden qualitative und quantitative Merkmale des Unternehmens untersucht und bewertet. Zu den qualitativen gehören Unternehmensziele, Managementfähigkeiten, Produktstruktur, Kundenstruktur, Risikomanagement und Controlling.

Bei den quantitativen Merkmalen handelt es sich um Umsatz, Gewinn, Kosten, Cash-flow, Liquidität und Eigenkapital aus der Gegenwart und der nahen Vergangenheit sowie für den Planungszeitraum.

In der Regel kann man den Ablauf eines Ratings in drei Schritte aufteilen: Vorgespräch, Analysephase und Bekanntgabe der Ratingresultate. Interne und externe Ratings unterscheiden sich aber auch in der Vorgehensweise.

Im Falle eines internen Ratings werden das Finanzprofil (quantitative Faktoren) und das Geschäftsprofil (qualitative Faktoren) bewertet.

Im Falle eines externen Ratings beginnt alles mit einem informativen Vorgespräch, im Zuge dessen Informationen für eine Analyse eingefordert werden. In dem darauf folgenden Hauptgespräch werden die Schwerpunkte gesetzt. Erst danach kann die eigentliche Bonitätsanalyse der Ratingagentur stattfinden.


Vorteile eines positiven Mittelstandsratings


Im Ergebnis ist festzustellen, dass Ratings relevante Informationen über ein Unternehmen liefern, ohne nähere Interna preiszugeben. Positive Ratings bieten folgende Vorteile:





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