Energieeffizienz nimmt Form an
Setzt man in Österreich bisher vor allem auf die Förderung von Klimaschutzprojekten –2007 wurden bereits etwa 3000 Einzelprojekte gefördert – so will man in Deutschland unter anderem gezielt den Mittelstand anregen, die Energiebilanz zu verbessern. Ende Februar 2008 wurde dafür von der KfW das Energieeffizienzprogramm aufgelegt. Zu Beginn war die Rollenverteilung unter den Partnern BMWi, KfW, IHK’en und Banken noch nicht deutlich geregelt, wodurch die Unternehmen auf sich allein gestellt waren. Langsam klärt sich der Nebel und die ersten Projekte sind in die Realisierungsfase eingetreten.
Fördermittel durch Energieeffizienzprogramm
Das so genannte ERP – Energieeffizienzprogramm 227 der KfW unterstützt mit dem Sonderfonds sowohl die Beratung zu energetischen Fragestellungen wie auch die Finanzierung von Investitionen in kleinen und mittleren Unternehmen. Details dazu erhalten Sie auf der Homepage der KfW www.kfw.de. Gefördert werden
- Bis zu 2 Tage Initialberatung mit einem Zuschuss von 80% der Beratungskosten
- Bis zu 10 Tage Detailberatung mit einem Zuschuss von 60% der Beratungskosten
- Bis zu 100% der Investitionssumme durch günstige Kredite
Bei Ersatzinvestitionen müssen die Unternehmen eine Verbesserung der Energieeffizienz um mehr als 20% erreichen, bei Neuinvestitionen sind es 15% gegenüber dem Branchendurchschnitt. Die Verbesserungen müssen von zugelassenen Energieberatern bestätigt werden, um die Qualität der Projekte zu sichern. Energieberater finden Sie in der Beraterbörse der KfW www.kfw-beraterboerse.de.
Regionalpartner für Beratung
Bei Investitionsprojekten ist es vor allem die Methodik, mit der man Verbesserungspotential sichtbar machen oder die Verbesserung der Energieeffizienz beweisen soll, die den Unternehmen Kopfzerbrechen bereiten. Bei Beratungsprojekten sind es unerwartete administrative Hindernisse, auf die man stößt. Beratungen müssen von so genannten Regionalpartnern der KfW genehmigt werden. Nun gibt es zwar bereits einige Regionalpartner – hauptsächlich die Kammern – aber eben noch nicht überall. Und ohne Regionalpartner lässt sich das Konzept der geförderten Beratungen mit anschließenden Investitionen in die Energieeffizienz nicht realisieren.
Bei den Flächenstaaten erreicht man am ehesten in Nordrhein-Westfalen eine geschlossene Förderdecke, in Bayern werden aber überhaupt nur ein Bezirk von der IHK und immerhin fünf von sieben Regierungsbezirken im Bereich des Handwerks bedient. Aber das Licht am Ende des Fördertunnels ist in Sichtweite gekommen.
Derzeit diskutiert man bei den IHK’s intensiv über Möglichkeiten, das Angebot an Regionalpartnern für die Industrie flächendeckend sicherzustellen. Dazu sind vor allem die Fragen Ressourcen und Know How zu klären. Man ist aber zuversichtlich, den Durchbruch noch im Sommer zu schaffen. Es wird erwartet, dass dies die Initialzündung sein wird, in der Breite Möglichkeiten zu Energieeinsparungen aufzuspüren bzw. langfristige Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz durchzuführen.
Hausbank für Investitionen
Unternehmen, die bereits konkrete Pläne für eine Investition ausgearbeitet haben, brauchen natürlich nicht zu warten und können die Förderung auch jetzt schon ohne Beratung in Anspruch nehmen. Dabei hilft in jedem Fall die Hausbank weiter. Diese hat die nötigen Antragsformulare bereit liegen und leitet diese dann an die KfW zur Genehmigung weiter.

